Leitungsvorgänge in Halbleitern
Was ist ein Halbleiter
Ein Halbleiter ist ein schlechter elektrischer Leiter. Bei Zimmertemperatur
ist seine Leitfähigkeit deutlich geringer als die der Metalle, aber
höher als die von Isolatoren. Um den Halbleiter zu einem besseren
Leiter zu machen, muß ihm Energie zugeführt werden. Die wanderungsfähigen
Ladungsträger sind Elektronen, genau wie in Metallen. Als Ausgangsstoffe
für Halbleiter werden hauptsächlich Germanium und Silizium verwendet,
wobei Silizium in der Technik die weitaus größere Bedeutung
hat.
Anwendungen für Halbleiter: z.B. Temperaturmeßfühler, Lichtsensoren, Hall-Sonden
Eigenleitung im Halbleiter
In sehr reinen Halbleitern sind bei geringer Temperatur alle Elektronen in den Atomhüllen gebunden, das bedeutet, es gibt praktisch keine wanderungsfähigen Ladungsträger. Bei Zimmertemperatur und darüber hinaus lösen sich einige Elektronen aus der Atomhülle und verursachen die Eigenleitung. Die Zahl der Elektronen steigt dabei schneller an, als die Behinderung des Stromes durch häufigere Zusammenstöße ist, und damit sinkt der Widerstand.
Störstellenleitung im dotierten Halbleiter
Bei der Herstellung von dotierten Halbleitern werden dem eigentlichen Halbleitermaterial bestimmte Stoffe beigemischt, die eine andere Wertigkeit besitzen. Durch diese Dotierung, die in sehr kleinen Anteilen erfolgt, werden im Halbleiterkristall Störstellen verursacht. Dadurch sind bei bereits Zimmertemperatur freie Elektronen vorhanden.
N-leitender Halbleiter
Um einen N-Leiter herzustellen, werden höherwertige
Stoffe in das Halbleitermaterial eingemischt. Dabei werden ein oder mehrere
Elektronen nicht für die Bindung benötigt, so daß diese
frei beweglich sind.
Bsp: Arsen wird in einen Silizium-Halbleiter eingemischt. Arsen ist im
Gegensatz zum vierwertigen Silizium fünfwertig, deshalb bleibt ein
Elektron übrig, es wird nicht für die Bindung benötigt und
ist deshalb nur locker gebunden.
P-leitender Halbleiter
Um einen P-Leiter herzustellen, werden niederwertige
Stoffe in das Halbleitermaterial eingemischt. Dabei fehlen ein oder mehrere
Elektronen für eine vollständige Bindung. Somit sind Störstellen
vorhanden.
Bsp: Aluminium wird in einen Germanium-Halbleiter eingemischt. Aluminium
ist im Gegensatz zum vierwertigen Germanium dreiwertig, deshalb ist eine
Störstelle vorhanden.
Die Störstellenleitung ist besonders für die Herstellung und Anwendung elektronischer Bauelemente aus Halbleitermaterialien von Bedeutung.